TEE
Tee als Genußmittel ist neben Kaffee eines der weit
verbreitesten.

Wußten Sie, daß 52% der Deutschen heute bereits Tee trinken?
Natürlich ist Tee nicht gleich Tee. Und um eine gute Tasse Tee
zu genießen, bedarf es nicht nur Wasser, eine Tasse und
irgendeinen Tee.

Um Tee zu trinken sollte man sich Zeit und Muße nehmen.
Die Philosophie des Tees ist nicht bloßer Ästhetizismus
im herkömmlichen Wortsinne, denn sie drückt gemeinsam
mit der Ethik und der Religion die Gesamtheit unseres
Blickes auf Mensch und Natur aus. Sie ist Hygiene, denn sie
erfordert Sauberkeit; sie ist Ökonomie, denn sie sucht die
Bequemlichkeit eher in der Einfachheit als im
Kostspieligen.

Die Teepflanze selbst stammt aus Südchina und war dort den
Ärzten seit frühester Zeit bekannt. Sie wurde gepriesen
wegen ihres Könnens Erschöpfungen zu lindern, die Seele zu
erfreuen, das Augenlicht zu stärken, einfach Krankheiten zu
lindern. Nicht nur inform von einem Getränk, sondern auch als
Salbe zubereitet.

In frühester Zeit kannte man die Zubereitung des Tee nicht in
der Form, wie wir sie heute praktizieren. Es gab einen
sogenannten Teekuchen. Die Blätter wurden in einem
Mörser zerstoßen, mit Ingwer Salz, Orangenschalen, Reis,
Gewürzen, Milch und manchmal sogar Zwiebeln
zusammengedrückt, und gekocht. Diese Art der Zubereitung
findet man heute noch bei den Tibetern und verschiedenen
mongolischen Stämmen.

Heute hat man es einfacher.
Kochendes Wasser über die getrockneten Blätter gießen.
Wasser absinken lassen, evtl. durch einen Filter gießen und
dann den Tee zubereiten.
Abwarten ....und Tee trinken !

In Japan gibt es, um den Genuß des Teetrinkens richtig
aufzunehmen, Teehäuser. Jedes Teehaus hat seinen eigenen
Teemeister
.

Das Teehaus ist für den Meister gebaut, nicht der
Teemeister für das Teehaus. Die Gestaltung des Teehauses
ist schlicht, einfach, ohne Wiederholung. D.H., wenn in
einer Ecke eine Vase mit frischen Blumen steht, würde
niemals an der Wand ein Bild mit Blumenmotiv hängen.
Es gibt alles nur einmal in diesem Raum. Man soll in
der Ruhe und mit Gelassenheit seinen Tee genießen.

Heutzutage, im Zeitalter der Industrialisierung ist ein
sogenannter Zufluchtsort von den Ärgernissen der Außenwelt
immer schwieriger zu finden. Brauchen wir da den
Teeraum nicht mehr denn je?

Die Teezubereitung ist für Sie sicherlich keiner Neuigkeit.
Jedes Kind weiß heute, man nimmt einen Teebeutel, hängt ihn
in die Tasse, schüttet heißes Wasser drauf, läßt den Beutel
kurz in der Tasse und schwupp-di-wupp-ist der Tee fertig.
Selbst in Indien, dem Teeland, nimmt man heute die westlichen
- unschönen Gewohnheiten an und hat bereits Teebeutel.

Doch so einfach mache ich es Ihnen heute nicht.

Niemals sollte der Tee mit Metall in Berührung kommen.
Also bitte kein Teeei, welches zudem auch die Eigenschaft
hat, die Blätter zusammenzudrücken und ihnen nicht
genügend Freiheit zu geben, ihr Volumen auf das Dreifache
auszudehnen und ihr Aroma voll und ganz zu entfalten.
Auch sollte die Teekanne vorgewärmt sein.
Denn eine kalte Teekanne gibt die Kälte direkt an den Tee
weiter und das beeinträchtigt den Geschmack.

Und noch etwas ist ganz wichtig. Die Teekanne sollte
auch ausschließlich nur dem Tee vorenthalten sein. Patina
erhöht den Geschmack, beeinträchtigt höchstens das
ästhetische Aussehen des Fremdbetrachter, aber der Teekenner
wird nicht die Stirn kräuseln. Auch sollte die Teekanne
nicht mit Spülmittel gesäubert werden, sondern nur
gründlich ausgespült mit Wasser.

Für jede Wasserhärte gibt es in Kennerkreisen auch die
geeignete Teesorte. Für hartes Wasser empfiehlt sich
Ceylon- und China-Tee; aber auch die meisten
Darjeeling Sorten. Weiches Wasser dagegen verträgt sich
am besten mit den indonesischen und Assam-Tees.

Der Tee sollte nicht länger als 5 Minuten ziehen.
Schauen Sie auf die Uhr. Fünf Minuten sind länger,
als sie glauben. Pro Tasse gebe man 1 TL Tee in die Kanne,
das entspricht ca. 2 Gramm. Meistens sagt man, noch
einen TL extra für die Kanne. Es stimmt.

Wollen Sie einen schwachen Tee haben, halten Sie sich
trotzdem an die Maßangabe und geben erst später, nach dem
Abgießen, heißes Wasser dazu. Duft, Farbe, Geschmack
und der Genuß
des Tees seinem Wesen entsprechend,
werden Sie belohnen.
Die Grundsätze der Teezubereitung
sind: Kunstfertigkeit - Feingefühl - und Sauberkeit.

Ob Sie ihren Tee mit Milch, Zitrone, süßen Rahm, dickem
Sirup, Kluntjes mit Kekse oder pur trinken, ist egal,
Hauptsache Sie trinken Tee. Tee kann man mit allem und
zu jedem trinken.

Abwarten ...und Tee trinken !

Viel können wir von dem Osten lernen. Aber auch genauso
umgekehrt. Doch handeln wir nicht manchmal zu impulsiv,
zu schnell, weil es die Gesellschaft von uns so will.
Oft, täglich, stehen wir vor Entscheidungen, die überschnell
getroffen werden. Hier kann man einfach viel von den Asiaten
lernen. Ruhiger und gelassener zu werden.
Wenn Du es eilig hast - mache einen Umweg. Mache
einen Umweg und warte ab. Gewinne Abstand indem Du einen
Umweg machst, sei ganz du selbst. Diese Ruhe sollte uns
der Tee geben, heitere Besinnung.
Abwarten......und Tee trinken !